Bei Dreharbeiten mit Teresa

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Stefan Ruf bei den Drehaufnahmen

Im Juli 2012 war es dann soweit, einen Film wollten wir machen, der vom Cadore, den Menschen und der Genossenschaft Cadore erzählen sollte. Die Genossenschaft hat dazu Stefan Ruf eingeladen, der als Teresa, unterwegs mit Le Mat schon andere kleine interessante Geschichten erzählt und gefilmt hatte.
Ich sollte ihn begleiten, denn ich kannte ja nun schon etwas Land und Leute. 10 Tage hatten wir geplant, um gemeinsam mit den Genossenschaftlern und Hauptdarstellern das Storyboard zu entwickeln und im Film umzusetzen. Ob das klappen würde?

Die Genossenschaft Cadore bei den Waldarbeiten

Die ersten Tage vergingen schnell, viel zu schnell, wir lernten einiges über das Cadore, dem Auf- und Niedergang der Brillenindustrie und wie und warum dann die Genossenschaft Cadore gegründet wurde. Wir erfuhren von den Plänen und den Schwierigkeiten der Genossenschaft und lernten viele Mitglieder und Partner kennen. Und wir diskutierten über die Fällung von Bäumen und Wälder, die sonst alles langsam alles überwachsen würden.
Stefan alias Teresa als echter Berliner wollte nicht glauben, dass Bäume abgeschlagen werden müssen. Aber nach langen Diskussionen mit Mirco, Claudio, Luca und durch unsere Ausflüge sahen auch wir, dass dem wilden Baumwuchs eine Grenze gesetzt werden muss und das kann nur der Mensch tun, der in den Bergen lebt und außer Bäumen auch Wiesen, Dörfer, Felder und Gemüsegärten braucht.

Mirco leitet die Arbeit im Comelico. Leider hat er uns im März 2015 auf Grunde eines schweren Lawinenunglücks verlassen

Wir haben versucht zu verstehen, dass hier in den Bergen viele Menschen sich darum bemühen, nachhaltig leben zu können. Die Dolomiten mit ihren drei Zinnen sind vielen Menschen bekannt aber wie lebt man heute in den Bergen? Was muss man tun, um sich die Landschaft zu erhalten, nicht auswandern zu müssen? Claudio und Luca wurden nicht müde, auf jede unserer Fragen zu antworten. Bei jedem neuen Zweifel wurde uns jemand vorgestellt, der sich besonders mit diesem Thema beschäftigte.

Auf dem Hof der Brüder Talamini in Vodo di Cadore

Wir lernten in Vodo di Cadore die Brüder Talamini kennen. Nachdem die Brillenindustrie sie nicht mehr gebrauchen konnte, haben sie damit begonnen Kühe und Schweine zu züchten und Käse herzustellen.  Herr Livio hingegen betreibt mit seiner Familie ganzjährig die besonders schöne Berghütte Eremo dei Romiti in Domegge.
Auf der Berghütte Eremo dei Romiti

Iolanda Da Deppo zeigt uns das Brillenmuseum und erzählt uns über die Arbeit an den vielen Museen hier im Cadore, die jetzt langsam beginnen im Netzwerk zu arbeiten: http://www.museicadoredolomiti.it .
Iolanda im Brillenmuseum und Elena in Perarolo im Holzmuseum

Elena begleitet uns im Holzmuseum in Perarolo. Hiner jeder Persönlichkeiten wartet eine neue Geschichte mit neue Eindrücken.  Wir haben das Gefühl, dass das Cadore sehr viel zu bieten hat aber wie sollen wir das alles in unsere Geschichte bekommen?
Draußen ist das Wetter nicht das Beste und so entwickelt Stefan die Begeisterung für die Wolken. Er findet, dass eigentlich die Berge viel interessanter sind, wenn der Himmel nicht so klar blau ist. Er verbringt sogar eine Nacht draussen nur um die Morgenwolken zu erhaschen. Unrecht hat er nicht! Die Wolken spielen mit den Gipfeln und den Tälern und es sieht immer anders aus.
Wolken
Wahrscheinlich auch Dank der Wolken schaffen wir es endlich am Storyboard zu arbeiten. Dafür ziehen wir gemeinsam in eine der gemütlichen Hütten hier im Cadore und vor dem Feuer mit etwas Wein und warmen Essen tauen dann langsam die Geister auf. Claudio hat einen Text vorbereitet. Luca bereichert ihn und Stefan kürzt im Gegenzug so viel wie möglich. "Der Film soll nicht länger als acht Minuten dauern, sonst schaut ihn sich niemand an", erklärt er. "Außerdem müssen wir zum Text die Aufnahmen machen, das muss alle zusammen passen und die Geschichte muss einen Anfang und ein Ende haben…"
Am warmen Feuer denkt man besser

Die Geschichte steht bis auf das Ende, denn jedes Ende sollte auch ein Anfang sein.
Die Genossenschaft wartet schon seit vielen Monaten darauf, dass die Gemeinde von Valle di Cadore ihnen das neugebaute Sozialzentrum auf der neuen Fahrradpiste zuteilt. Die Genossenschaft hat ein Projekt eingereicht, wie man das Gebäude besser nutzen könnte. Aber es dauert und dauert und nichts passiert. Stefan erkundigt sich, ob es irgendwelche legalen Hindernisse gäbe. Nein, meinten Claudio und Luca, es ist nur die Trägheit der Ämter.
Und da kam uns die Idee!!! Der Film soll mit dem funktionierenden Zentrum enden. Am nächsten Tag wurde dem Bürgermeister der Vorschlag gemacht, er war einverstanden und am Tag drauf waren alle Genossen dort, um die Zukunft zu spielen und dem Film ein gutes Ende zu geben.

Und so sah es dann aus:
Teresa, unterwegs mit Le Mat im Cadore

Naja, wie Ihr vielleicht schon erfahren habt, hat dann die Bar La Tappa im Jahr 2013 wirklich die Einweihung gefeiert. Es ist ein richtiges Kulturzentrum, immer ist etwas los und wir werden noch viel davon erzählen!
Auf dem Fahrradweg der Dolomiten in Valle di Cadore


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