Eigentlich ist es nicht mein Beruf, aber aus Liebe (zum Cadore und meinen Kollegen) tut man viel Ungewöhnliches. Nachdem die Zusammenarbeit mit Sento Wanderreisen begonnen hatte,  entschloss ich mich zu einer Ausbildung als Reiseleiterin bei Travel&Personality, denn ich wollte professioneller werden. Ich wusste man kann den Menschen durch eine Reise die Kultur einer Gemeinschaft näher bringen, denn oft habe ich Studiengruppen zu italienischen sozialen Unternehmern begleitet und Reisen ins Ausland organisiert. Aber die Kunden von Sonja kannte ich nicht!
Die Reise haben wir gemeinsam und mit viel Hilfe von Luca, Claudio, der sozialen Cooperative Cadore und Paola Brolati und Charly Gamba erarbeitet. Und es ist wirklich eine ganz besondere Reise.
Ankunft am Bahnhof von Fortezza und im Hotel Dolomiè in Pieve di Cadore

Wir holen unsere Gäste gerne am Bahnhof von Fortezza/Franzenfeste ab, dass man von München mit dem Zug in drei Stunden erreichen kann. Die Fahrt im Auto oder Kleinbus von Fortezza nach Pieve di Cadore führt durch das Pustertal, über Toblach und Cortina d'Ampezzo durch eine wunderschöne Dolomitenlandschaft. Wir fahren zweieinhalb Stunden zu unserem Hotel Dolomiè, wo uns gemütliche Zimmer, nette Menschen und ein gutes Abendessen erwarten. Man lernt sich kennen und spricht über das Cadore und das, was uns in den nächsten Tagen erwartet.
Der See vom Zentral Cadore und die Funde in Lagole

Am Sonntag machen wir unsere erste Kulturwanderung, über Pieve und Lagole - ein Ort der Schwefelquellen, die schon zu römischen Zeiten als Heilbäder benutzt wurden - durch einen schönen Wald runter an den See vom Zentral Cadore und über Calalzo di Cadore wieder nach Pieve wo wir das sonntägliche Stadtleben genießen und uns einige der interessanten Museen anschauen können. Luca begleitet uns und erzählt uns viel über das Leben hier, die Geschichten über die Longane und die Besonderheit der sogenannten Regole, eine Art Gemeinschaftsgenossenschaft, die vor mehr als tausend Jahren  entstanden, um das Gemeinwesen und die Ländereien zu regeln und die heute noch ein wichtiger Bestandteil der Verwaltung im Cadore sind.

Pieve di Cadore die Hauptstadt und der Geburtsort von Tizian

Pieve ist die Hauptstadt, von hier fahren viele Busse ab, man trifft sich in den Bars und Restaurants. Luca kennt und grüßt fast jede Person, die vorbei kommt. Mit ihm fühlt man sich hier wirklich zu Hause und so soll es auch sein -  temporäre Bürger. Meistens setzen wir uns mit unseren Gästen ins Cafè und tauschen unsere Eindrücke aus. Luca antwortet auf die Fragen, die jetzt das langsam wachsende Interesse bezeugen. Es ist später Nachmittag und wir gönnen uns einen Spritz, das trinkt man gerade überall in Italien. Nach Hause ins Dolomiè zurückzukommen ist einfach und abends entdecken wir ein neues Restaurant und lernen weitere Jungunternehmer kennen.

Ausflug zu den Drei Zinnen

Sonja sagt, die Drei Zinnen wären ein absolutes must und das stimmt sicherlich, denn meine Gäste freuen sich von Anfang an drauf. Aber für mich ist der Tag an dem wir dort hinfahren schon seit Tagen jedes mal eine Herausforderung: Wie wird das Wetter dort oben sein? Wird man sie sehen oder werden sie in dichten Nebel eingehüllt sein? Oft fährt man unten durch den Nebel und oben strahlt die Sonne. Aber bei der letzten Reise als wir auf der Hütte ankamen sah man seine Hand nicht vor den Augen. Was sollte ich tun? Nach einer Beratung mit der Gruppe sind wir dann doch auf dem leichten, breiten Weg los gestiefelt und wurden belohnt, wenngleich auch nur für einige Sekunden, die dadurch zu einem wahren Schatz werden.

Drei Zinnen mit Nebel

Was macht man dann an so einem etwas verregneten Tag? Im Cadore habe ich Menschen um mich herum, die uns in solchen Situationen spontan mit Ideen und Möglichkeiten unterstützen. Luca und das La Tappa Team sind (fast) immer für uns da und auch das macht diese Reise besonders. Am Nachmittag des Drei Zinnen Tages haben wir also in der La Tappa einen Kochkurs mit Pierangelo organisiert. Es war ein schöner und interessanter Nachmittag. Was die Reisenden liebten, war der Frico, ein traditionelles Rezept hier aus den Dolomiten, sehr einfach und sehr gut für kalte, ungemütliche Tage vor allen Dingen mit einem Glas Prosecco genossen, der uns von Pierangelo angeboten wurde.
Pierangelo, der Koch bei der La Tappa und der Frico

Abends waren wir dann bei Federica und Michele in der La Pause . Aber die kennt ihr ja schon, weil Stefan von der Erfolgsgeschichte in der Pause berichtet hat.
Wander-und Fahrradweg bis zu der Tappa. Beeindruckend der dortige Ausblick.

Am nächsten Tag hatte das Wetter sich etwas beruhigt und so konnten wir unsere Wanderung nach Damos und Perarolo antreten. Wir laufen von Pieve über den Fahrradweg bis nach Valle di Cadore, wo wir in unserer La Tappa erst einmal einen stärkenden Kaffee trinken. Dann geht es ab vom Fahrradweg, runter über die alte römische Straße, durch das wunderschöne Dorf von Valle, an der Kirche vorbei, die man von überall sieht, an den Wiesen, über die Brücke und durch den Wald nach Damos.
Auf dem Weg von Valle di Cadore nach Damos und Perarolo

Früher war es eine wichtige, direkte Verbindungsstrecke zwischen Perarolo und Valle die Cadore. Früher das heißt schon zu Zeiten der alten Römer. Aber dieser Weg war auch sehr wichtig für die Arbeit der Partisanen: Mit dem Fahrrad kam man gut von Belluno nach Perarolo und von dort trug man das Fahrrad dann diesen Weg hinauf. Giovanna Zangrandi erzählt in ihrem beeindruckenden Buch "I giorni Veri" von ihrem Einsatz als Botin.
Die kleine Kirche in Damos und der Weg dorthin

Als wir in Damos ankommen regnet es stark und Luca ist wie immer dort, wenn man ihn braucht. Er erspart uns den Weg bis runter nach Perarolo und fährt uns mit dem Kleinbus bis vor die Tür von Luiginos Bar Il Covo dei Zater, wo ein einfaches aber stärkendes Mal auf uns wartet. "Wie früher", sagt er, "Pellkartoffeln mit Butter, Käse".Naja, für uns gab es dann auch noch Speck, Schinken und Wein dazu. Er zeigte uns dabei einen Film über die Flößer und den Fluss Piave, der ja die wichtigste Verbindung zu Venedig war. Denn von hier wurden die Baumstämme nach Venedig geschickt. Wie das vor sich ging, wird in dem beeindruckenden Film gezeigt und Luigino weiß dazu viele Insider Geschichten zu erzählen, wenn man ihm zu hört. Und dazu bin ich ja da, ich übersetze gerne seine Geschichten. Nach dem stärkenden Mahl sehen wir uns den Palazzo Lazzeri und das Museum über die Flößerei an und entdecken dort, warum unsere Freunde aus dem Cadore nach dem Holzhandel mit dem Eismachen angefangen haben: Mit dem Bau der Eisenbahn waren Fluss und Flößer plötzlich überflüssig. Man musste sich also etwas Neues überlegen…

Eis, gutes Essen, Menschen Treffen und Theater mit Paola Brolati und Charly Gamba

Mehr davon erfahren wir dann am Abend, denn in der La Tappe wird uns nicht nur ein gutes Abendessen serviert, sondern wir treffen endlich Paola und Charly und viele andere Menschen aus dem Cadore, die die Geschichte der Eismacher direkt mitgestaltet haben. Paola und Charly spielen Theater und erzählen Geschichten, hier im Cadore, im Zoldotal, in Venedig. Geschichten von heute und von gestern, von Helden und einfachen Menschen und sie erzählen ihre Geschichten auf den Dorfplätzen, im Wald, auf den Brücken von Venedig, immer ist es irgendwie anders. Durch Paola und Charly habe ich die Geschichte von Marco und Mattio kennengelernt, die Sebastiano Vasall so meisterhaft erzählt. Ein Buch, dass ich nur jedem Reisenden empfehlen kann !
Paola Brolati und Charly Gamba

Der Abend in der La Tappa ist so die offizielle Begegnung der Sento Wanderreisen Gesellschaft mit der Cadorinischen Gemeinschaft. Man kennt uns schon und trifft uns zum Abendessen, um uns willkommen zu heissen. Die Beziehung zwischen den Deutschen und den Menschen aus dem Cadore ist ja bereits seit langem vorhanden: Es gibt eine Beziehung, denn für uns in Deutschland haben die Eismacher aus dem Cadore und dem Zoldotal schon immer den Frühling gebracht und damit etwas mehr Freiheit zu träumen von leckerem Eis und Italien. Naja, so war es jedenfalls bei mir und wenn ich den Menschen hier im Cadore davon erzähle, dann fragen sie mich, welche Eisdiele es war und wo…es ist einfach eine Verbindung da!
Fornesighe
Am nächsten Tag, unserem letzten Tag hier in den Dolomiten, fährt uns Luca über den Rite Pass (auf dem Monte Rite hat Reinhold Messner eins seiner Museen eingerichtet) nach Fornesighe, ein wunderschöner Ort, der schon im Zoldotal liegt. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Civetta Berg (3220 m). Der Ort (auch von hier kommen natürlich zahlreiche Eismacher) hat seine ursprünglichen Häuser behalten. Auf einem kleinen Rundgang treffen wir viele ältere Menschen, die deutsch sprechen und uns gerne etwas erklären.
Cibiana
Und dann geht's weiter wieder zurück in das Cadore, nach Cibiana, der Ort der Murales. Wir schlendern durch die Gassen und sehen uns die Malereien an. Sie erzählen von der Geschichte der einzelnen Häuser und den Handwerken ihrer Bewohner. Wir kehren in einer kleinen Bar ein und kaufen uns auch was zum Mittagessen, denn am Nachmittag wandern wir über den alten Verbindungsweg, an den Eisenminen vorbei durch den Wald und entlang dem See von Vallesina nach Valle di Cadore.
Von Cibiana nach Vallesina
Den Abend verbringen wir in unserem Hotel Dolomiè. Ich glaube, meine Gäste haben sich hier wohlgefühlt, denn Giovanni der Hausherr und Paola, die ein sehr gutes Deutsch spricht, haben sich wirklich um jeden Wunsch gekümmert. Die großzügige Empfangshalle, die von anderen Zeiten erzählt und das Restaurant machen uns das Wohlfühlen leicht, auch wenn das Wetter mal nicht mitspielen möchte.

Das Hotel Dolomié
Morgen früh geht's los, nach Venedig, dem Fluss Piave und unseren Geschichten entlang. Wir werden mit dem Bus und dann mit dem Schiff fahren, auf den Spuren von Flößern und Handwerkern, die aus dem Cadore zur Pracht von Venedig einiges beigetragen haben. Die Fahrt mit dem Vaporetto von der Anlagestelle am Flughafen ist wunderschön: Vorbei an Murano, um das Arsenal herum, ein Stopp im Lido und dann San Marco bis wir ganz in der Nähe von unserem Hotel an der Haltestelle  Le Zattere aussteigen und gemütlich die 100 Meter zur Pensione Seguso  schlendern. Auch unser Hotel in Venedig hat eine lange Geschichte. Man ist mitten drin in dieser wunderbar seltsamen und kostbaren Stadt und versteht sehr gut, warum die Menschen hier gegen die Riesenkreuzfahrtschiffe protestieren, die täglich durch den Canale della Giudecca fahren wollen.
Ankunft in Venedig und Pensione Seguso

Uns erwartet ein Stadtrundgang mit Fabio. Er ist Designer und Illustrator und kennt hier viele Kunsthandwerker, die uns ihre Werkstätten gerne öffnen und ihre Arbeit, Erfolge und auch ihre Schwierigkeiten erklären. Fabio lebt in Venedig und kommt aus dem Zoldotal. So wie damals Mattio, der Held des Buches von Vassalli. Durch Fabio sehen wir ein ganz anderes Venedig, abseits des furchtbaren Touristenrummels. Nach einer Pause zum Aperitif geht's dann zum Abendessen: Fisch natürlich!
Die Ruder werden mit der Hand aus wertvollem Holz hergestellt…naja und Fisch gibt's dann!

Am nächsten Tag finden wir dann Paola und Charly wieder! Wir sitzen auf Ruderbooten und werden durch ruhige Kanäle von den jungen Mitgliedern eines Vereins gefahren, der versucht auch so gegen die immer höhere Anzahl an Motorbooten zu kämpfen, die Venedigs Fundamente zerstören. Und plötzlich tauchen sie irgendwo auf und vor unglaublichen Kulissen erzählen sie uns Geschichten von den Handwerkern und Tagelöhnern aus dem Cadore, die in Werften Gondeln und Ruderboote bauten oder Steine und Holz über den Piave nach Venedig brachten.
Geschichten in Venedig

Auch hier lernen wir viel und sind bezaubert: Vom Boot aus bietet sich uns eine ganz eigene Perspektive auf die Stadt.
Paola, Charly und Fabio und ihre Freunde, setzten sich dafür ein, dass Venedig weiterleben kann und dass die Menschen, die hier geboren sind auch hier leben können. Dazu gehört auch das Rudern per Hand, denn die Motorboote erzeugen Wellen, die an den Fundamenten der Stadt nagen und letztlich im wahrsten Sinne des Wortes ihren Untergang einleiten. Unsere Venezianischen Freunde schaffen es, uns diese Problematik ganz nahe zu bringen .

Besondere Menschen in Venedig

Mein kleiner Reisebericht sagt nur wenig aber ich will ja auch nicht alles vorweg nehmen. Ich bedaure es nicht, diesen neuen Beruf noch zu meinen zahlreichen anderen Tätigkeiten hinzugefügt zu haben. Es macht mir Freude für Sento Wanderreisen diese besondere Reise zu begleiten.
Gemeinsam schafft man unerwartete Werke und Werte

Aber ohne meine Kollegen aus dem Cadore, ohne die Menschen dort, ohne die Genossenschaft Cadore, ihre Freunde und die Großzügigkeit aller Beteiligten wäre es nicht möglich, eine solche besondere Reise zu entwickeln und zu leiten. Hiermit danke ich allen, auch denen, die ich nicht erwähnt habe.

Stefan Ruf bei den Drehaufnahmen

Im Juli 2012 war es dann soweit, einen Film wollten wir machen, der vom Cadore, den Menschen und der Genossenschaft Cadore erzählen sollte. Die Genossenschaft hat dazu Stefan Ruf eingeladen, der als Teresa, unterwegs mit Le Mat schon andere kleine interessante Geschichten erzählt und gefilmt hatte.
Ich sollte ihn begleiten, denn ich kannte ja nun schon etwas Land und Leute. 10 Tage hatten wir geplant, um gemeinsam mit den Genossenschaftlern und Hauptdarstellern das Storyboard zu entwickeln und im Film umzusetzen. Ob das klappen würde?

Die Genossenschaft Cadore bei den Waldarbeiten

Die ersten Tage vergingen schnell, viel zu schnell, wir lernten einiges über das Cadore, dem Auf- und Niedergang der Brillenindustrie und wie und warum dann die Genossenschaft Cadore gegründet wurde. Wir erfuhren von den Plänen und den Schwierigkeiten der Genossenschaft und lernten viele Mitglieder und Partner kennen. Und wir diskutierten über die Fällung von Bäumen und Wälder, die sonst alles langsam alles überwachsen würden.
Stefan alias Teresa als echter Berliner wollte nicht glauben, dass Bäume abgeschlagen werden müssen. Aber nach langen Diskussionen mit Mirco, Claudio, Luca und durch unsere Ausflüge sahen auch wir, dass dem wilden Baumwuchs eine Grenze gesetzt werden muss und das kann nur der Mensch tun, der in den Bergen lebt und außer Bäumen auch Wiesen, Dörfer, Felder und Gemüsegärten braucht.

Mirco leitet die Arbeit im Comelico. Leider hat er uns im März 2015 auf Grunde eines schweren Lawinenunglücks verlassen

Wir haben versucht zu verstehen, dass hier in den Bergen viele Menschen sich darum bemühen, nachhaltig leben zu können. Die Dolomiten mit ihren drei Zinnen sind vielen Menschen bekannt aber wie lebt man heute in den Bergen? Was muss man tun, um sich die Landschaft zu erhalten, nicht auswandern zu müssen? Claudio und Luca wurden nicht müde, auf jede unserer Fragen zu antworten. Bei jedem neuen Zweifel wurde uns jemand vorgestellt, der sich besonders mit diesem Thema beschäftigte.

Auf dem Hof der Brüder Talamini in Vodo di Cadore

Wir lernten in Vodo di Cadore die Brüder Talamini kennen. Nachdem die Brillenindustrie sie nicht mehr gebrauchen konnte, haben sie damit begonnen Kühe und Schweine zu züchten und Käse herzustellen.  Herr Livio hingegen betreibt mit seiner Familie ganzjährig die besonders schöne Berghütte Eremo dei Romiti in Domegge.
Auf der Berghütte Eremo dei Romiti

Iolanda Da Deppo zeigt uns das Brillenmuseum und erzählt uns über die Arbeit an den vielen Museen hier im Cadore, die jetzt langsam beginnen im Netzwerk zu arbeiten: http://www.museicadoredolomiti.it .
Iolanda im Brillenmuseum und Elena in Perarolo im Holzmuseum

Elena begleitet uns im Holzmuseum in Perarolo. Hiner jeder Persönlichkeiten wartet eine neue Geschichte mit neue Eindrücken.  Wir haben das Gefühl, dass das Cadore sehr viel zu bieten hat aber wie sollen wir das alles in unsere Geschichte bekommen?
Draußen ist das Wetter nicht das Beste und so entwickelt Stefan die Begeisterung für die Wolken. Er findet, dass eigentlich die Berge viel interessanter sind, wenn der Himmel nicht so klar blau ist. Er verbringt sogar eine Nacht draussen nur um die Morgenwolken zu erhaschen. Unrecht hat er nicht! Die Wolken spielen mit den Gipfeln und den Tälern und es sieht immer anders aus.
Wolken
Wahrscheinlich auch Dank der Wolken schaffen wir es endlich am Storyboard zu arbeiten. Dafür ziehen wir gemeinsam in eine der gemütlichen Hütten hier im Cadore und vor dem Feuer mit etwas Wein und warmen Essen tauen dann langsam die Geister auf. Claudio hat einen Text vorbereitet. Luca bereichert ihn und Stefan kürzt im Gegenzug so viel wie möglich. "Der Film soll nicht länger als acht Minuten dauern, sonst schaut ihn sich niemand an", erklärt er. "Außerdem müssen wir zum Text die Aufnahmen machen, das muss alle zusammen passen und die Geschichte muss einen Anfang und ein Ende haben…"
Am warmen Feuer denkt man besser

Die Geschichte steht bis auf das Ende, denn jedes Ende sollte auch ein Anfang sein.
Die Genossenschaft wartet schon seit vielen Monaten darauf, dass die Gemeinde von Valle di Cadore ihnen das neugebaute Sozialzentrum auf der neuen Fahrradpiste zuteilt. Die Genossenschaft hat ein Projekt eingereicht, wie man das Gebäude besser nutzen könnte. Aber es dauert und dauert und nichts passiert. Stefan erkundigt sich, ob es irgendwelche legalen Hindernisse gäbe. Nein, meinten Claudio und Luca, es ist nur die Trägheit der Ämter.
Und da kam uns die Idee!!! Der Film soll mit dem funktionierenden Zentrum enden. Am nächsten Tag wurde dem Bürgermeister der Vorschlag gemacht, er war einverstanden und am Tag drauf waren alle Genossen dort, um die Zukunft zu spielen und dem Film ein gutes Ende zu geben.

Und so sah es dann aus:
Teresa, unterwegs mit Le Mat im Cadore

Naja, wie Ihr vielleicht schon erfahren habt, hat dann die Bar La Tappa im Jahr 2013 wirklich die Einweihung gefeiert. Es ist ein richtiges Kulturzentrum, immer ist etwas los und wir werden noch viel davon erzählen!
Auf dem Fahrradweg der Dolomiten in Valle di Cadore
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